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Maria, die Erste - Selbstreflektion

Mit Maria wurde ich einfach nicht fertig und werde es wohl auch nie werden. Dennoch stellte ich es immer hin um darüber reden zu können. Eine Unterhaltung habe ich aufzeichnen dürfen:



Susan: "Ich sehe, du stehst schon eine Weile vor meinem Gemälde. Was hälst du davon?"


Kritiker: "Es ist ohne Frage ein fesselndes Stück. Diese Darstellung von Maria, gefesselt und unter der ständigen Beobachtung, provoziert und zwingt zur Auseinandersetzung. Ich bin neugierig, was dich zu dieser Interpretation inspiriert hat."


Susan: "Ich wollte die Gefühle von Unterdrückung und den Druck darstellen, der auf modernen Frauen lastet. Die Augen symbolisieren die ständige Beobachtung durch die Medien und die Gesellschaft."


Kritiker: "Interessant. Ich habe die Augen als eine Art Überwachung, fast wie eine Anklage interpretiert. Maria, historisch gesehen das Idealbild der Reinheit, gefangen in den Erwartungen des Heute."


Susan: "Genau. Doch es stört mich, dass ich es nicht geschafft habe, das vollständige Bild davon zu vermitteln. Es fühlt sich an, als fehle etwas Wesentliches."


Kritiker: "Was meinst du könnte dieses 'fehlende' Element sein? Denn auch in diesem Gefühl der Unvollständigkeit liegt eine Aussagekraft."


Susan: "Ich bin mir nicht sicher. Vielleicht ist es die Lösung, die Befreiung, die ich nicht darstellen konnte. Das Bild zeigt das Problem, aber nicht den Ausweg."


Kritiker: "Könnte es sein, dass dieses Unvollständige auch ein Teil der Realität ist? Die Tatsache, dass Frauen immer noch nach Befreiung streben und der Kampf gegen gesellschaftliche Fesseln fortwährt?"


Susan: "Das ist ein interessanter Standpunkt. Es ist möglich, dass das Gemälde ein Abbild des gegenwärtigen Zustandes ist, wo die Lösung noch nicht sichtbar ist, obwohl das Bedürfnis danach allgegenwärtig ist."


Kritiker: "Es regt die Betrachter an, über ihre eigene Rolle in diesem 'Schauspiel' nachzudenken. Vielleicht ist die Aufgabe des Auswegs nicht nur deine, sondern auch die des Publikums, das mit deiner Arbeit konfrontiert wird."


Susan: "Das wollte ich erreichen – eine Diskussion anregen, statt Antworten zu geben. Es freut mich zu sehen, dass das Werk dich zum Denken anregt."


Kritiker: "Du hast definitiv mein Nachdenken stimuliert. Dein Werk ist ein mächtiger Kommentar zur zeitgenössischen weiblichen Erfahrung. Die Unzufriedenheit, die du empfindest, könnte in der Tat die stärkste Botschaft sein – dass die Aufgabe noch unvollendet ist und wir alle Teil der Lösung sein müssen."


Susan: "Danke! . Für mich ist Kunst eine Unterhaltung, nicht nur eine Präsentation. Und ich hoffe, dieses Gespräch geht über diese Galeriewände hinaus."


Kritiker: "Das tut es unzweifelhaft. Du hast ein Werk geschaffen, das lange nach dem ersten Blick nachwirkt."

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Das sehe ich genauso, wie der Kritiker. Jeder hat eine andere Lösung oder eine andere Frage. Das Bild bzw. die Kunst ist eine Unterhaltung wert.

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