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1.3. Mit Helmut im Büroalltag




Helmut Parkinson, der neue Chef ihres Verstandes, zeigte sich immer häufigster von seiner besten Seite. Es war nicht nur das Zittern, das Susan das Leben schwer machte; es war ihr Verstand, der sich entschlossen hatte, auf eigene Abenteuerreise zu gehen. Während sie versuchte, sich auf ihre Büroarbeit zu konzentrieren, driftete sie in gedankliche Gefilde ab, die mit der Realität wenig zu tun hatten. Die einst vertrauten Buchstaben und Zahlen auf ihrem Bildschirm schienen nun wie das Werk eines verschrobenen Dichters, der einen besonders schlechten Tag hatte.

Es war fast, als ob ihr Gehirn beschlossen hätte, Urlaub zu machen und sie mit der Arbeit allein zu lassen. Lesen? Viel Glück! Die Texte verschwammen vor ihren Augen zu einem sinnfreien Kauderwelsch, und die Zahlen glichen den kryptischen Symbolen einer längst vergessenen Zivilisation. Wie praktisch, dass diese Deadlines, die sie unter unermesslichen Druck setzten, keine Rücksicht auf ihren neuen geistigen Abwesenheitsstatus nahmen.

Susan fand es einfach herrlich, wie ihr Verstand sich verabschiedete, sobald sie versuchte, eine Aufgabe zu erledigen. Jeder Versuch, etwas zu lesen oder zu verstehen, war eine Lektion in Frustration. „Oh, Sie möchten eine Rechnung lösen?“, schien ihr Gehirn zu fragen. „Wie wäre es stattdessen mit einem imaginären Spaziergang durch ein Labyrinth?“ Die Deadlines, die einst nur eine Formalität waren, wurden zu einem erdrückenden Countdown, der wie ein Hohn auf ihre frühere Effizienz wirkte.

Die Uhr tickte gnadenlos weiter, und mit jeder verstrichenen Minute fragte sich Susan, ob es vielleicht eine geheime Wette gab, wie lange sie durchhalten würde, bevor sie völlig den Verstand verlor. „Ach, Susan, du hast noch drei Berichte und zwei Analysen bis fünf Uhr? Keine Sorge, du wirst sicherlich rechtzeitig fertig... im nächsten Leben.“ Ihre Gedanken drifteten ab, und sie fühlte sich wie ein Schiff ohne Kapitän, das ziellos auf einem Ozean der Verwirrung trieb.

Aber Susan war nicht gewillt, kampflos aufzugeben. Sie beschloss, dass dieser Kampf gegen die allgegenwärtige Verzweiflung und die tyrannische Herrschaft von Helmut Parkinson gerade erst begonnen hatte. „Nein, du fieser Unruhestifter,“ dachte sie entschlossen, „du wirst mich nicht besiegen.“ Sie würde sich jeder Herausforderung stellen und nicht zulassen, dass ihr Verstand und ihre Fähigkeiten von diesem zermürbenden Gegner dominiert wurden. Der Krieg um ihre geistige Freiheit war eröffnet, und Susan war entschlossen, jede Schlacht mit sarkastischer Gelassenheit und einem unerschütterlichen Willen zu kämpfen.



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