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2.4. Eine schwerwiegende Umkehrung: Wie Susan ihre Eltern mit ihrer Parkinson-Diagnose konfrontierte



Für Susan ist es schwer, ihren Eltern diese Last aufzuerlegen. Normalerweise ist es andersherum – Eltern sind diejenigen, die ihre Kinder beschützen und unterstützen sollten. Doch nun fühlte sie sich in der Rolle derjenigen, die ihre Eltern mit einer schweren Nachricht konfrontieren musste. Es war ein Umkehrung der üblichen Dynamik, die sie zutiefst bewegte und nachdenklich stimmte.


Allerdings war Susan schon immer eine unabhängige Persönlichkeit. Das war sie gewohnt und sollte sich nicht ändern. Sie hatte immer den Anspruch, stark und schlauer zu sein als ihre Eltern. Es war Teil ihrer Natur, sich selbst herauszufordern und ihre eigenen Wege zu gehen, ohne sich auf andere verlassen zu müssen. Sie wollte ihre Eltern nicht belasten. Schließlich waren sie nie die Problemlöser in ihrem Leben – das war immer sie selbst. Sie hat gelernt, dass sie oft diejenige war, die Entscheidungen traf, Herausforderungen bewältigte und Lösungen fand, sei es im Alltag oder bei größeren Lebensfragen.


Mit einem theatralischen Atemzug, der den Staub vergangener Jahrhunderte aufwirbelt und die Geister längst vergessener Schlachten zum Leben erweckt, bricht Susan das Schweigen. „Mama, Papa, ich habe Parkinson“, verkündet sie, während die Holzfasern des Tisches beinahe zu seufzen scheinen, als trügen sie die Last der Welt auf ihren Schultern.


Und da haben wir Mama, die unermüdliche Expertin für spontane Diagnosen und bedeutende Ratschläge, die ihr Handy mit der Anmut eines erfahrenen Chirurgen sinken lässt, um ihre genialen medizinischen Einsichten zu teilen: „Oh, das sind bestimmt die Impfungen aus deiner Kindheit.“ Natürlich, warum sollte es auch etwas anderes sein? In ihrer Welt ist alles so einfach wie eine Stunde bei Dr. Suchmich.


Doch lassen wir Papa nicht vergessen, den Friedenswächter der Familie, der tapfer versucht, die Fassade der Harmonie aufrechtzuerhalten, während sein Inneres in tausend Stücke zerspringt. Und dann, wie aus dem Nichts, erscheint Papa, der die Ärzte so sehr liebt, mit seinem tiefgründigen Sarkasmus: „Bist du sicher, dass die Ärzte richtig lagen?“ Susan schaute ihn irritiert an. „Papa, ich habe ein DaTSCAN gemacht.“ Er kontert scharf: „Deshalb gehe ich nie zum Arzt! Du kommst kränker raus, als du reingegangen bist. Geh nicht zum Arzt, dann bist du auch nicht krank. Sobald du drin bist, wird dir sowieso irgendetwas angedichtet.“


Mama, mit detektivischem Blick, fragte: 'Was macht man da?' Susan seufzte und begann sarkastisch: 'Also, erst spritzt man mir eine herrliche, radioaktive Substanz, die dann eine Stunde lang durch meinen Körper spaziert – ganz wie ein VIP-Tourist, der sich die Sehenswürdigkeiten anschaut. Danach lege ich mich auf ein Gerät, das mein Hirn durchleuchtet, als wäre es der Louvre bei Nacht. Während der nächsten 60 Minuten muss ich möglichst still liegen, was ungefähr so spannend ist wie einem trocknenden Farbfleck zuzusehen. Die sogenannte Gammakamera dreht sich langsam um meinen Kopf und macht tomographische SPECT-Aufnahmen, als würde sie nach dem nächsten großen Kunstwerk suchen. Insgesamt sollte man für diese wunderbare Erfahrung etwa fünf Stunden einplanen. Denn wer möchte nicht einen halben Tag damit verbringen, sich wie ein unfreiwilliger Bestandteil einer makabren Kunstinstallation zu fühlen?' Als Susan das sagte, war klar, dass dieser Esstisch noch weitere Enthüllungen an diesem Nachmittag erleben würde.







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